Anna Müller–Wildisen, ihr soziales und dichterisches Wirken

Anna Müller-Wildisen wurde am 18. April 1931 als erstes von neun Kindern im Feld in Hitzkirch geboren. Auf dem Bauernbetrieb mit zwei Schwestern und sechs Brüdern war in der Kriegszeit ein einfaches Leben mit vielen Entbehrungen und Verzichten angesagt. Anna Müller-Wildisen war eine intelligente und begabte Frau, konnte aber dannzumal keine Berufsausbildung abschliessen. Durch die Heirat mit dem Ermenseer Josef Müller (Nüssli) wurde sie Bäuerin und Mutter von zwei Söhnen und zwei Töchtern. Nebst der vielen und strengen Arbeit wusste sie sich gut zu organisieren, um ihre Talente, ihr Können und ihr soziales Engagement ausleben zu können.

Anna Müller-Wildisen war vor 40 Jahren die Initiantin der Gruppe „Frohes Alter Ermensee“ und gründete das Seniorenturnen und das Media-Jassen in Ermensee. Sie engagierte sich im Vorstand des Frauenvereins Hitzkirch und amtete viele Jahre als Sakristanin der Jakobskapelle Ermensee. Ihre Offenheit und Ihr Können beschrieb sie im Satz: „Alles was ich kann, lehrte mich das Leben“.

Weiter hat Anna Müller-Wildisen für sich auch das Dichten, Schreiben und Malen entdeckt. Im Jahre 1988 durfte sie bei der Radiosendung „Dörflifahrt“ von Kurt Zurfluh mit einem von ihren Gedichten das Dorf „Ärmisee“ vorstellen. In späteren Jahren schrieb sie für den Seetalerboten und auch in einigen Exemplaren der Seetaler-Chronik sind Berichte von ihr zu lesen.

Die Themen für die Gedichte hat Anna Müller-Wildisen aus dem Alltag und den jährlich wiederkehrenden Ereignissen übernommen. Eines davon ist die Beschreibung der „Liechtlischwemmi z’Ermisee“. Bis zu ihrem Todestag am 3. März 2017 hat Anna Müller-Wildisen viele Gedichte und interessant dokumentierte Chronikeinträge in Tagebuchform hinterlassen.

Liechterschwemmi z’Ermisee

Vo jehär händ d’Mönsche planget
bis im Fruehlig Täg händ g’langet
mit Füür und Liechter händ’s d’Nacht und Dämone vertriebe
dä alti Bruuch isch bis hüt z’Ermisee bliebe
de heilig Fridolin heig de christlich Glaube brocht i eusi Region
das isch die anderi, die zweiti Version

am 6. März isch für Gross und Chlie es Fäscht
de Lehrer und d’Schüler tüend das vorbereite fescht
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Liechterschwemmi z’Ermisee

Aermisee

Zwösche Lindebärg ond Erlose, sanft iibettet zwösche
Baldegger- ond Hallwilersee
liit zmetzt im Tal wie keis anders Dorf, Aermisee

D’Aermiseerlüt wählid drei Gmeinrotsmanne, mer het sie gärn
doch no vel mehstolz send mer of euse Egli Seppi,
Regierigsrot z’Lozärn

650 Seele zählt das bodeständig Volch i dere Gmein
ond sehr veli devo wohnid i ihrem Eigeheim
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Aermisee